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Theaterstadl

175 Jahre Comedihütten 2008 !

1833 erbauten die Handwerker der Kieferer Theatergesellschaft an die Stelle der „Theaterschupfn“ das neue Theater mit einem für den bairisch-tirolischen Raum typischen Giebeldach und einem mit dem Hügel parallel steil ansteigenden Zuschauerraum. Die nach barockem Vorbild erweiterte Drehkulissenbühne wurde seither nicht verändert. Sie ist in Mitteleuropa die noch einzig regelmäßig bespielte Bühne dieser Bauart. Verwandlungen in „kurze“ und „lange“ Szenen erfolgen durch manuelles Klappen der Seiten-„Tafeln“ und Wechsel der gemalten Prospekte. Die Dekorationen auf dieser Bühne entstanden v.a. für die Ritterdramen von Joseph Schmalz, die ab 1833 anstelle der früheren Sakral- und Heiligenspiele auf dem Spielplan standen. Für das 175jährige Jubiläum der Comedihüttn wählte die Theatergesellschaft ein Stück, mit dem sich nahezu alle Möglichkeiten dieses hochwertigen Kulturerbes vorführen lassen: In „Richardus, König von England“ folgen blitzschnell Handlungskatastrophen und verblüffende Raumwirkungen aufeinander. Und nirgends sind Kerkerszenen so schaurig schön wie in Kiefersfelden – manchmal sogar mit echten Fackeln…

 

Im Sommer gibt´s Theater
Tradition seit fast 400 Jahren

Eigentlich sind die Kieferer ja friedfertige Leute. Aber immer im Sommer gibt´s Theater. Dann verwandlen sich einige von ihnen in brandschatzende, intrigierende, bösartige, vor eifersucht rasende und mordende Bösewichte.
Alle Jahre wieder schlüpfen rund 100 Männer, Frauen und Kinder in die historischen Kostüme der Bösen, aber auch der Guten: edle Ritter, liebliche Brugfräuleins, lustige Bauern und gutherzige Knappen. Monatelang proben Sie für die Premiere des Ritter-Dramas um Liebe, Tod und eifersucht, bei dem letztlich das Gute siegt und das Böse untergeht.
Im ältesten Volkstheater Deutschlands wird seit 1618, das sind fast 400 Jahre, beste altbairische und tirolische Theater-Tradition gepflegt. Das jetzige Theaterhaus wurde 1833 gebaut. Die barocke Bühne ist die einzige in Deutschland, noch so wie damals, intakt. Gespielt werden Stücke von Josef Georg Schmalz. Der Kohlenbrenner aus dem Zillertal, schrieb nachweiuslich 23 Räuber- und Ritter-Dramen, von denen zehn im original im Kiefersfeldener Theaterarchiv als wertvoller Schatz aufbewahrt werden. Schmalz, von Schriftsteller-Kollegen und Einheimischen voller Respekt "Bauern-Shakespeare von Kiefersfelden" genannt, schrieb so ausdruckvoll, mitreißend und kurzweiulig, dass er damit auch heute noch das Publikum fasziniert.
      


Der Dreh mit der Bühne
Wechsel der Kulissen erfolgt in Sekundenschnelle

Ebern war da noch ein dunkler Furcht erregender Wald - und im nächsten Moment wird der Zuschauer vom Glanz eines Festsaales geblendet.
Der Kulissenwechsel bei den Ritterfestspielen ist Sekunden-Sache. Und er passiert bei offenem Vorhang, ganz ohne aufwendige Technik, einfach von Hand.
Das Geheimnis der einzigen noch intakten barocken Dreh-Flügel-Kulissen-Bühne in Deutschland sind seine klappbaren Seitenkulissen, die zieh- und rollbaren Vorhänge und schiebbare Prospekte.Auch Gewitter, Sturm und Regen sind bei den Ritterschauspielen "Handarbeit" und klingen zuweilen perfekter als in der Natur.

 
Bestuhlung wird bequemer

Ein lang gehegter Wunsch geht heuer bei den Ritterschauspielen von Kiefersfelden in Erfüllung . „Die Zuschauerbestuhlung wird bequemer,“ freut sich Ritter-Vorstand Sebastian Bleier. Eine komplette Neubestuhlung konnte zwar nicht realisiert werden, aber mit großzügiger Unterstützung durch Gemeinde, Landkreis, Land und natürlich viel Eigenleistung der Spieler ließen sich die vorhandenen Stühle erhöhen, verbreitern und bepolstern. Einen Teil der Arbeiten übernahmen zudem die Heiminsassen des Hauses Sebastian.
Im Rahmen der Umbaumaßnahmen wird auf dem bestehenden Betonboden zudem ein Holzbelag aufgebracht. Die Ritter geben sich zuversichtlich:“ Bis zum Spielbeginn am 29. Juli erstrahlt alles im neuen Glanz.“


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